Vincent Klink & Patrick Bebelaar
Sitting Küchenbull
Musikalische Lesung
Was führt einen musizierenden und schreibenden Koch und einen kochenden Musiker zusammen? Es sind die gemeinsam empfundenen Küchendüfte, und dass man sich gegenseitig gut riechen und damit auch gut leiden kann. Daraus entstand die Lust, gemeinsam musikalische Erzählungen darzubieten.
Patrick Bebelaar und Vincent Klink kennen sich seit vielen Jahren und jetzt haben sie richtig Lust, miteinander zu musizieren. Auch sonst zeigte sich, dass sie Brüder im Geiste sind. Aus eins wird zwei, mit doppelter Kraft entsteht Hinreißendes. So sagen jedenfalls die Nachbarn, die dem Üben der beiden bei offenem Fenster gerne zuhören.
Mit Jazz und Text, mit Patrick Bebelaar und Vincent Klink gibt es kräftig was auf die Ohren.
Patrick Bebelaar wurde im Jahr 2000 mit dem „Jazzpreis Baden-Württemberg“ ausgezeichnet. Er wurde vor allem durch Crossover von Klassik, Straight-Jazz und der Musik anderer Kulturen bekannt. International konzertiert er von New York bis Bombay, von Stuttgart bis Kapstadt. Er komponierte im Auftrag der Internationalen Bachakademie und für das Deutsche Literaturarchiv.
Vincent Klink kann es eigentlich nicht leiden, wenn er Fernsehkoch genannt wird, weil das mittlerweile mit Product-Placement und sonstigem Werbung gesampelt wird. Klink ist völlig werbeunabhängig und kann deshalb in seiner Zeitschrift „Häuptling Eigener Herd“ das sagen, was sich mancher nicht leisten kann. Sein „Ding“ ist die Küche des Restaurants „Wielandshöhe“, das Schreiben, der Kräutergarten und sein Bassflügelhorn.
Vincent Klink eröffnete 1974 in seinem Heimatort Schwäbisch Gmünd das Restaurant "Postillion". Seit 1991 betreibt er sein Restaurant "Wielandshöhe" in Stuttgart und wurde für seine Leistungen mit einem Stern und 16 Punkten im Gault Millau ausgezeichnet. Zweimal wöchentlich kocht er im Mittagsmagazin "ARD Buffet". Er macht mit Begeisterung Musik, schreibt Kochbücher und ist außerdem Mitherausgeber der literarisch-kulinarischen Kampfschrift "Häuptling eigener Herd".
Patrick Bebelaar
studierte an der Hochschule für Musik in Stuttgart und zählt zu Deutschlands renommiertesten Pianisten. Im Jahr 2000 wurde er mit dem Jazzpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet. Er komponierte im Auftrag der Internationale Bachakademie (2002/2005), des Deutschen Literaturarchivs, der Stadt Esslingen u.v.a., arbeitet seit vielen Jahren mit internationalen Kollegen wie Michel Godard, Jo Fonda, Carol Rizzo, Herbert Joos, Günter Lenz, Pandit Prakash Maharaj, Pandit Vikash Mahraj, Hakim Ludin, u.v.a.
Vincent Klink
• Kochkunst mit Vincent Klink (1998)
• Al dente. Kulinarische Genüsse trotz Zahnbehandlung (mit Volker Kreigel und Norbert Salenbauch, 1999)
• Vom Markt auf den Tischh (2000)
• Wurst (mit Wiglaf Droste und Nikolaus Heidelbach, 2006)
• Vincent und die Kochlöffelbande (2007)
• Weihnachten (mit Wiglaf Droste und Nikolaus Heidelbach, 2007)
• Wir schnallen den Gürtel weiter, Eiine Essenz aus Häuptling eigener Herd (mit Wiglaf Drose und F.K. Waechter, 2008)
• Wein (mit Wiglaf Droste und Nikolaus Heidelbach, 2008)
• Meine Küche (2008)
• Sitting Küchenbull, Gepfefferte Erinnerungen eines Kochs (01.12.09 Rowohlt Verlag)
Als Herausgeber
• Gängster Kochbuch (mit Pepe Danquart, 2004)
• Cotta's Kulinarischer Almanach (1993 bis 2001/2002)
• Häuptling eigener Herd (ab 1999)
• Die Rübe (1986 bis 1992)
• Campus Culinaire (mit Karin Becker und Thomas Vilgis)
• Journal Culinaire
"Im Angebot: Kultur, die nicht weh tut. Die Beiden sind ohne Zweifel eines der ungewöhnlichsten Duos das zur Zeit auf deutschen Bühnen unterwegs ist…"
12.11.2009 Badische Neueste Nachrichten
"Die Lesung macht Lust auf einen Nachschlag von Klinks literarisch- kulenarischen Anekdoten…"
12.11.2009, Sindelfinger / Böblinger Zeitung
"Bissig: Kulinarisch-musikalischer Ausflug rund ums Geniessen. Auf der Bühne ergänzen sich der musizierende und schreibende Koch und der passioniert kochende Musiker perfekt. Es macht einfach Spaß…"
11.11.2009 BT online
"Klink führt als Hors d´Oeuvre mit entwaffnender Ehrlichkeit in die geheime Welt der Kochkunst ein…
Dabei erweis sich Patrick Bebelaar wie stets als virtuos und feinsinnig auf seinen Partner eingehender Musiker…"
15.9.2009, Leonberger Kreiszeitung
"Serviert wurden zum einen vom Koch Vincent Klink verfasste und mit viel Witz und ausführlichen Exkursen vorgetragene Texte, zum andern von Patrick Bebelaar am Flügel meisterhaft gespielte und von Klink am Bassflügelhorn virtuos unterstütze Jazzmelodien…"
7.7.2009 Pforzheimer Zeitung
"Vincent Klink ist ein Ereignis, auch wenn er nicht liest… Er ist ein hervorragender Musiker, der mit viel Gefühl und Liebe seine Basstrompete spielt, und ein "Bruder im Geiste" für Patrick Bebelaar, seinem genialen Bühnenpartner"
20.5.2009, Main-Tauber Zeitung
"Text und Ton gehen an diesem Abend ineinander über… Das klingt nach einem sinnlichen Abend für Augen und Ohren."
4.4.2009, Frankfurter Rundschau
Eigentlich sind die beiden ja recht unterschiedlich: Gut 20 Lebensjahre trennen sie. Der eine ist Koch, Autor und Chef im Stuttgarter Restaurant „Wielandshöhe“, der andere ist Pianist und Komponist. Und doch fühlen sich Vincent Klink und Patrick Bebelaar als „Brüder im Geiste“. Mit einer bemerkenswerten musikalischen Lesung beeindruckten sie auf Einladung von Stadtbücherei, Buchhandlung Schmidt und Sektkellerei Kessler am Sonntagabend das Publikum und zeigten, was sie beide verbindet: Leidenschaft, Gefühl und ein enormer Spaß am gemeinsamen Tun. Es schien, als sei das einzige Anliegen dieser beiden Männer, dem Publikum einen wunderbaren Abend zu schenken. Mitreißend swingen sie, lustvoll improvisieren sie, herausfordernd spielen sie sich die Bälle zu, versunken halten sie musikalisch Zwiesprache. Die beiden unterstützen sich, spornen sich an und necken sich. Dabei sind sie unglaublich bescheiden und unprätentiös: Bebelaar stört sich nicht daran, dass ihm das Publikum im bis auf den allerletzten Stehplatz proppenvollen Saal des Kessler-Hauses hautnah auf die Pelle rückt, und Klink nutzt kurzerhand zwei Euro-Paletten als Mini-Bühne und jongliert mangels eines Lesepultes mit Mikrofon und Manuskriptseiten. Da wird keinerlei Aufhebens gemacht, da gibt’s kein Chichi darum, ob man sich für eine Zugabe bitten lässt: „Jetzt spielen wir noch eins.“ Die Kompositionen und Interpretationen aus der Feder von Patrick Bebelaar, den die Esslinger schon von Auftritten beim Literaturfestival LesArt kennen, machen den Abend harmonisch: Der gefragte Musiker hat eine ganz eigene Sprache aus Elementen der Klassik, des geradlinigen Jazz und aus Melodien, Klängen und Tönen fremder Kulturen entwickelt. Klug und pfiffig ergänzt er Vincent Klinks Geschichten. Als der im französischen Avignon Station macht, intoniert Bebelaar verspielt „Sur le pont“. Einen Jazzstandard wie „Days of wine and roses“ hat er passend zur Erzählung arrangiert. Mit Gefühl spielt er den Blues zum Sprechgesang. Vincent Klink präsentiert sich als respektabler Musiker: Irgendwann, unkt er, habe er „für die Fußgängerzone, zur Absicherung der Lebensversicherung“ das Musizieren begonnen. Von der anfänglichen Querflöte ist er aufs Bassflügelhorn umgestiegen, in Esslingen hatte er seine Basstrompete dabei: „Die hört man in der Blasmusik und bei Richard Wagner, wenn Krach gefordert ist.“ Und weil Patrick Bebelaar ihn dankenswerterweise dazu anhalte, regelmäßig zu üben und weil Vincent Klink hochmusikalisch und viel mehr ist als der „versierte Dilettant auf der Trompete“, ist es ein echter Genuss, ihm zuzuhören. Er versteht es, die Basstrompete ausgesprochen sacht anzublasen, sie jazzig grooven zu lassen und ihr mit viel Gefühl auch sehr sanfte Töne zu entlocken.
Kein Blatt vor dem Mund
Die Geschichten, die Vincent Klink ausgesucht hatte, zeigen die große Bandbreite seines schriftstellerischen Schaffens: Er nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er schlecht zubereitete Calamari als „Radiergummisalat“ tituliert. Er redet Tacheles, wenn es um die Qualität des Essens und Trinkens, um naturbelassene Produkte heimischer Herkunft, um biologischen Anbau und nachhaltiges Wirtschaften geht. Er ist komödiantisch, wenn er über das Frühstücksbuffet in einem Hotel am Frankfurter Flughafen als „Freß- und Mampf-Anlegestelle in apricot-beigem Trevira“ lästert. Er nimmt sich selbst auf die Schippe, wenn er erkennt, dass er das schildlausbefallene Zitronenbäumchen allein mit grüner Gesinnung und ohne chemische Keule leider nicht wird retten können. Oder wenn er vom ersten Urlaub mit seiner Frau erzählt, als sein besorgter Vater ihm einen Kofferraum voll Proviant mitgab und es für das frisch vermählte Paar an der Cote d’Azur statt französischer Köstlichkeiten tagelang nur Blut- und Leberwurst aus dem Vorrat gab. Und der gewiefte Erzähler mit dem umwerfenden Gespür für die Pause hat auch „keine Angst vor Peinlichkeiten“, wenn er ganz lyrisch für sein selbstgeschriebenes Liebesliedlein „unnahbar“ auf „braunes Haar“ und „Mücken“ auf „picknicken“ reimt.
Januar 2009 Esslinger Zeitung