Selim Özdogan
Heimstraße 52
Lang war die Reise, lang wie die Reisen in Märchen. Gül hat Tage gebraucht, um nach Deutschland zu kommen, und sie weiß noch nicht, dass die Jahre wie Wasser dahinfließen werden, bis ihr Haus in der Türkei gebaut ist und sie zurückkehren kann.
Bis dahin lernt sie alle Arten der Sehnsucht kennen: die nach ihren beiden Töchtern, nach ihrem Vater, dem Schmied, nach Düften und Farben und Früchten. Doch unmerklich wird die Heimstraße in diesem kalten, unverständlichen Land zu einer anderen Heimat.
„Euer Leben wird in der Fremde vergehen“, warnt man sie. Aber die ganze Welt ist eine Fremde, wenn man nicht bei den Seinen ist. Geht es ihren Töchtern gut, ist Gül, als hätte das Leben keine Grenzen mehr. Wer ihre geduldige Zuversicht kennt, muss dem Stoßseufzer einer Freundin zustimmen: „Dank sei dem Herrn für dieses Herz, in dem alle Platz haben.“
Selim Özdogan hat einen bildkräftigen, emotionsreichen Roman über das Leben in einer Fremde geschrieben, wie es ihn so warmherzig und klug noch selten gegeben hat. „Man muss stehenbleiben und zurückschauen, sonst fließt das Leben dahin wie Wasser in einem Bach. Nichts kann man festhalten.“
Selim Özdogan wurde 1971 geboren und lebt in Köln.
1995 Es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist, Rütten & Loening*
1996 Nirgendwo & Hormone, Rütten & Loening, Berlin*
1998 Ein gutes Leben ist die beste Rache, Rütten & Loening*
1999 Mehr, Rütten & Loening*
2000 Im Juli, Europa Verlag
2002 Ein Spiel, das die Götter sich leisten, Aufbau Verlag
2003 Trinkgeld vom Schicksal, Aufbau Taschenbuchverlag
2005 Die Tochter des Schmieds, Roman, Aufbau Verlag
2006 Tourtagebuch, Kartaus Verlag
2009 Zwischen zwei Träumen, Edition Lübbe
2010 Ein Glas Blut, Asphalt & Anders Verlag
2011 Heimstraße 52, Aufbau Verlag
* auch im Aufbau Taschenbuchverlag, Berlin erschienen
2000 Traumland, CD Live Mitschnitte, Der Audio Verlag
2003 Tüten und Blasen, 2-CD Live Mitschnitte, Palimpsest Verlag
2009 Zwischen zwei Träumen, Lübbe Audio
Pressestimmen zu „Die Tochter des Schmieds“:
„’Wenn alle Menschen dieses Buch lesen würden, hätten wir mit Sicherheit eine bessere Welt’, hat Fatih Akin geschwärmt. Glauben Sie ihm!“ Brigitte
„Die unsentimentale, verhaltene Poesie dieses Buches wärmt die Seele wie Spätsommerwind.“ Sächsische Zeitung
„Selim Özdogan bringt alles auf den Punkt: Vergessene Bräuche, Gerüche, Gesichter und Redewendungen … Welch eine Poesie, welche ein Verstand, welch eine Reflexion wird mit dieser Erzählung freigesetzt! Ein ganz großes Buch!“ Fatih Akin