„Wie klänge ein Schubert-Lied, wenn der, der es singt, nichts hätte als eine Stimme und eine Ausbildung, von dem unerträglichen aber, gegen das diese Lieder geschrieben wurden, h&

Foto: Mirjam Knickriem
Foto: Bothor

„Wie klänge ein Schubert-Lied, wenn der, der es singt, nichts hätte als eine Stimme und eine Ausbildung, von dem unerträglichen aber, gegen das diese Lieder geschrieben wurden, hätte er keine Ahnung“ Martin Walser bringt auf den Punkt, was Schuberts oft nur als schwermütig schön verstandener Liederzyklus und Heinrich Heines berühmte „Winterreise“ gemeinsam haben – sie sind poetische Empfindung und politisches Epigramm.
In ihrer Verbindung von Geist und Seele, von Satire und Schwermut und Empfindsamkeit sind beide Werke ein Spiegel deutscher Geschichte. Katja Riemann und Arne Jansen beschäftigen sich in Zeiten der Eurokrise mit dem Traum von Europa, lange vor der EU. Heine und Schubert begegnen sich auf winterlicher Straße. Die Reise als Metapher für das Gefühl, heimatlos in der eigenen Heimat zu sein. Knapp dreißig Jahre liegen zwischen beiden Werken. Als Schubert seine tieftraurigen Balladen schrieb, erstickte Europa an der Restauration. Alleine in Wien gab es 10.000 „Geheimpolizisten“. Schubert trug viele seiner Arbeiten daher nur in kleinen, geschlossenen Zirkeln vor. Als Heinrich Heine im Winter 1843 von Paris nach Hamburg reiste, hatten sich die Dinge kaum geändert. Das schöne, satirische Versepos wurde in Preußen sofort verboten und ein Haftbefehl gegen den Dichter ausgestellt.

Katja Riemann, geboren und aufgewachsen bei Bremen, ist Schauspielerin und Sängerin. Studium des zeitgenössischen Tanzes und Schauspiels in Hamburg, Hannover und München. 1987 erstes Theaterengagement an den Münchner Kammerspielen, anschließend am Berliner Schillertheater. Seit 1993 freischaffend. Viele Rollen bei Film und Fernsehen, wie 1987 in Peter Beauvais’s „Sommer in Lesmona“, für den sie den Adolf-Grimme-Preis erhielt. Seitdem bekam sie dreimal den Deutschen Filmpreis, dreimal den Bayrischen Filmpreis, den Ernst Lubitsch Preis, je zweimal den Bambi und die Goldene Kamera. Für ihre Hauptrolle in Margarethe von Trotta’s Film „Rosenstrasse“ erhielt sie 2003 den goldenen Löwen von Venedig und für den Soundtrack zum Film „Bandits“, den sie gemeinsam mit Jasmin Tabatabai und Nicolette Krebitz geschrieben hat, 1997 die Goldene Schallplatte.

Arne Jansen, geboren in Kiel, aufgewachsen in Flensburg, ist Musiker. Er machte nach dem Abitur ein Studium der Jazzgitarre an der Universität der Künste in Berlin und spielte u.a. mit Paul Van Dyk, Gitte Haenning, Jocelyn B. Smith, Zülfü Livaneli, Tim Fischer. Mit dem „Arne Jansen Trio“ wurde er 2007 Preisträger beim Studiowettbewerb des Berliner Senats. 2008 erhielt er mit „Firomanum“ den Förderpreis beim „Jazz Baltica“.

    „’Winter. Ein Roadmovie’ ist eine gewagte Mischung aus Klassik und Experimental, aus Gesang, Lesung, Schauspiel und Gitarre, aus Tradition, Moderne und Zukunftsvisionen und damit auch ein wunderbares Konglomerat des aktuellen Zeitgeistes.“ (Tageblatt, Luxemburg)

    „Ein Winter zum Dahinschmelzen“ (Westdeutsche Allgemeine)

    „Eine faszinierende Winterreise“ (Recklinghäuser Zeitung)